Schottland 30.04. - 10.05.2026

stolz, schön und (überraschend) sonnig

Eine interaktive Karte der Fahrstrecke (zoom- und schiebbar mit klickbaren Details) findet man hier.

Eine interaktive Karte mit Fotos (zoom- und schiebbar mit klickbaren Details) findet man hier.


Rahmenbedingungen

Die Planung unseres diesjährigen Urlaubs in Schottland hat mir einiges abverlangt, neben den Flügen von Köln nach Edinburgh und zurück galt es auch, zwei passende Mietwagen (Kompaktwagen, da die Straßen in Schottland teilweise eng sein sollen) zu buchen unter Berücksichtigung der günstigsten Abholorte und -zeiten und natürlich mussten auch die Sehenswürdigkeiten mit einer sinnvollen Reiseroute und Übernachtungsunterkünften in Einklang gebracht werden. Neben Carola und mir gehörten auch unsere Freunde Simone und Dieter zur Reisegesellschaft.

Leihwagen

Zunächst musste die Entscheidung getroffen werden, ob wir mit 4 Personen einen einzelnen Wagen mieten, oder ob jedes Paar einen eigenen Wagen erhält. Da wir mit 4 Personen plus Gepäck schon einen wirklich großen Leihwagen benötigt hätten, der auf den engen schottischen Straßen entsprechend unhandlich ist, entschieden wir uns für zwei Kompaktwagen in der Corsa-Klasse, tatsächlich haben wir dann einen Polo und einen Renault erhalten. Ein großer Wagen hätte natürlich den Vorteil gehabt, dass wir nur einen Fahrer benötigt hätten, wir hätten also durchaus eine Whiskyverkostung tagsüber machen können.

Den Leihwagen haben wir dann am 2. Tag morgens in Edinburgh-Willowbrae übernommen, zurückgegeben haben wir die Fahrzeuge dann direkt am Flughafen Edinburgh. Das bot folgende Vorteile: Die Leihgebühr ab Willowbrae ist auch unter Berücksichtigung der Einweggebühr günstiger als eine Übernahme am Flughafen. Am ersten Tag benötigten wir keinen Mietwagen, da wir mit dem Bus vom Flughafen zur Innenstadt ins Hotel gefahren sind und auch in der Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren. Das galt zwar prinzipiell auch für unseren zweiten Tag in Edinburgh, wir wollten aber keine Zeit für die Anmietung am 3. Tag verlieren, da dies auch unsere längste Fahretappe werden sollte. Eine Abholung am Morgen hatte den Vorteil, dass wir tagsüber bedenkenlos in Pubs einkehren konnten.

30.04.2026

Um 04:55 stehen wir auf, Maren bring uns zum Flughafen Köln und wir fliegen pünktlich nach Edinburgh. Dort kommen wir um 09:00 Ortszeit an, fahren mit dem Airlink 100 Bus in die Innenstadt und gehen zum Hotel. Hier können wir in der Nachbarschaft das Gepäck deponieren und den Tag mit einer Besichtigung von Edinburgh Castle beginnen. Anschließend stärken wir uns bei einem Pie mit Lammfleisch und einem Pint Bier. Nachdem wir im Hotel eingecheckt haben geht es weiter in die Neustadt entlang der Rose Street, bevor wir nach ein paar Pints zu Hotel zurückkehren.

Wetter: Sonnig, bis 17 °C

01.05.2026

Heute fahren wir nach dem Frühstück mit dem Bus nach Willowbrae zur Vermietstation, übernehmen die Leihwagen und parken diese auf dem Hotel-Parkplatz. Dann geht es weiter mit dem Bus zum Ocean Terminal, wo wir die ehemalige königliche Yacht Britannia von außen bewundern und die Port of Leith Distillery besuchen, wo wir vom Verkaufsraum aus einen tollen Blick auf den Hafen und die Britannia haben. Zum Mittagessen gibt es Steak Pie mit Gemüse und Fritten, bevor wir uns mit der Bahn auf den Rückweg in die Innenstadt machen, wo weitere Pubs auf uns warten. Hier genießen wir auch den ersten Whisky unserer Reise.

Wetter: bedeckt, Nachmittags Regenschauer, bis 16 °C.

02.05.2026

Heute starten wir mit unserer Autorundreise. Zunächst geht es an Glasgow vorbei und dann Richtung Norden entlang dem Loch Lomond zur Butter Bridge, einer alten Steinbrücke in den Highlands und zum Inverary Castle, das wir besichtigen. Weiter geht es zur St Conan’s Kirk, eine Kirche, die auf den ersten Blick sehr alt aussieht, bei genauerer Betrachtung ist sie aber nur rund 100 Jahre alt und aus zahlreichen deutlich älteren Bauteilen zusammengesetzt unter einer „wilden“ Mischung verschiedener Baustile und Epochen. Dann geht es weiter zum Glen Etive, wo wir einer einspurigen Straße folgen, um Wasserfälle und Stromschnellen in einem Tal zu besuchen. Hier ist aber so viel Verkehr auf der Straße, dass ein Anhalten unmöglich ist und auch die Ausweichstellen sind mit den Automassen auf der engen Straße kurz vor dem Kollaps. Wir sind also rund 15 Meilen pro Richtung umsonst gefahren… Weiter geht es nach Glencoe, auch hier haben wir nicht viel sehen können, vielleicht hätten wir auf der A82 bleiben sollen und nicht die schmale Parallelroute. Nun geht es zu unserer Unterkunft Taigh Mara bei Inchree. Zu unserer Überraschung sind im gebuchten Apartment bereits Eier, Milch, frisches Brot, und zahlreiche weitere Zutaten für unser Frühstück hinterlegt, das nenne ich mal einen tollen Service. Zum Abendessen wollten wir eigentlich ins fußläufige Roam West, hier ist man aber völlig ausgebucht, so dass wir mit dem Auto nach Fort William zum Essen fahren. Das Lachsfilet im Caorann Restaurant ist zwar schmackhaft, aber die Portionen sehr klein und der Preis dafür recht hoch. Nach der Rückfahrt gönnen wir uns noch ein paar Bier und Whisky an der Bar des Roam West, bevor wir uns in die Unterkunft begeben.

Wetter: Regenschauer, bei unseren Stopps trocken, 13 °C.

03.05.2026

Nach dem reichhaltigen Frühstück (u.A. mit Haggis) fahren wir zum Glenfinnan Viaduct. Wir bekommen um 09:00 auch noch Parkplätze, leider fällt der Dampfzug wegen einem Defekt heute aus, um 11:00 kommt aber ein Dieseltriebwagen (aus der Gegenrichtung) über die Brücke. Wir fahren weiter nach Fort William und unternehmen eine kurze Wanderung (2 Stunden) am Nevis River mit Aussicht auf den Ben Nevis. Weiter geht es zum Eilean Donan Castle mit Besichtigung, bevor wir die Brücke zur Ilse of Skye befahren und in unserem Hotel in Portree einchecken. Das Abendessen Fish and Chips nehmen wir im Hotel ein, später Bier und Whisky.

Wetter: vormittags bewölkt mit ein paar Regenspritzern auf der Fahrt, nachmittags Auflockerung, 12 °C.

04.05.2026

Nach dem sehr leckeren Frühstück im Hotel mit hervorragendem Räucherlachs fahren wir zum Old Man of Storr, hier ist es aber so voll, dass wir keinen Parkplatz bekommen und unsere Fahrt fortsetzen müssen. Zum Glück wandern wir nicht, denn kurz nach der Weiterfahrt kommt ein heftiger Regenguss. Wir halten am Lealt Falls an der Steilküste, ein weiterer Stopp am Kilt Rock ist wegen Bauarbeiten auf dem Parkplatz nicht möglich. Also setzten wir unsere Fahrt fort zum Duntulm Castle an der Nordspitze von Skye, wo wir einen Stopp einlegen und zum Leuchtturm Neist Point an der Westspitze mit einer kleinen Wanderung. Um 16:15 kommen wir in Carbost an unserer Unterkunft an, bei einem Besuch in der Talisker Distillery müssen wir leider feststellen, dass die Bar im Verkaufsraum bereits um 16:30 schließt. Schade. Also gehen wir die 2 Minuten zurück zum Old Inn wo wir das Abendessen in Form von sehr leckerem Fischeintopf mit Fritten einnehmen und den Tag mit Bier und Whisky ausklingen lassen.

Wetter: Vormittags Regenschauer, später wechselnd bewölkt mit Sonne, 14 °C.

05.05.2026

Nachdem wir im Hotel ein leckeres Frühstück eingenommen haben verlassen wir Skye wieder über die Brücke und fahren durch die Highlands nach Drumnadrochit etwa in der Mitte vom Loch Ness. Hier stellen wir die Autos an unserer Pension ab reservieren im Fiddlers Highland Restaurant im Ort einen Tisch für den Abend und gehen zur Fuß zum Urquhart Caste, das wir besichtigen. Loch Ness finde ich ziemlich überbewertet, die Schlossruine bildet aber eine schöne Kulisse, auch wenn viele Teile der Ruine restauriert sind. Zum Abendessen begeben wir uns zur Fuß ins reservierte Restaurant wo wir nach einem Salat mit Räucherlachs ein Lachsfilet genießen, dazu Bier und Whisky. Auch hier war es recht hochpreisig, aber lecker und diesmal waren auch die Portionen angemessen.

Wetter: Wechselnd bewölkt mit Sonne, kurze Schauer, 11 °C

06.05.2026

Heute führt uns unser Weg zunächst zu unserem nördlichsten Punkt der Rundreise, der Balblair Distillery am Dornoch Firth, wo wir den Verkaufsraum besuchen und sehr nett mit einem Angestellten unterhalten (und an einem 18 Jahre alten Balblair nippen dürfen). Ein paar Meilen weiter wartet die Glenmorangie Distillery auf uns, wo wir ebenfalls den Shop besuchen, bevor wir nach Inverness fahren. Hier unternehmen wir einen Rundgang in der Stadt und essen an einem Food Truck Fritten. Interessant ist auch der Besuch in einem Kilt-Geschäft. So ein hochwerter Kilt ist nicht unter 600 GBP zu haben (inklusive Tasche), dazu kommen dann noch Jackett und weitere Accessoires, so dass man für eine vollständige Ausrüstung mit 1.100 GBP rechnen muss. Wir setzten unsere Fahrt zum Culloden Schlachtfeld fort. Dies war in unseren Augen recht enttäuschend, eine Wiese mit ein paar Fahnen zur Markierung der Positionen und ein paar Hinweistafeln. Wir setzten unsere Fahrt nach Carrbridge fort, wo wir in unserem Hotel eincheckten und der historischen Brücke des Ortes einen Besuch abstatteten. Zum Abendessen gab es Haggis-Lasagne und eine Käseplatte, dazu Bier und später Whisky.

Wetter: Bewölkt, trocken, 12 °C.

07.05.2026

Nach einem reichhaltigen Frühstück im Hotel fahren wir zum Lochindorb Castle, einer Burgruine auf einer Insel in einem See, dann weiter zur Old Bridge of Livet, einer historischen Steinbrücke und zur Craigellachie-Brücke, einer ehemaligen Eisenbahnbrücke über den Spey. Der geplante Besuch am Auchindoun Castle musste entfallen, da wir den Fußweg nicht gefunden haben. Nach dem Einchecken im Whisky Capital Inn in Dufftown machen wir uns zur Fuß auf den Weg zur Glenfiddich Distillery, wo wir zunächst Balvenie Castle besichtigen, bevor wir an einer vorher gebuchten Führung mit Verkostung in der Brennerei teilnehmen. Die Führung haben wir durch zahlreiche detaillierte Fragen von 1 Stunde auf 2 Stunden ausgedehnt und die Verkostung von 4 Whiskys (12 Jahre, 15 Jahre, 18 Jahre und Vat 02) war hervorragend. Mir persönlich hat der 12jährige am besten geschmeckt. Das Abendessen Lammschulter, Kartoffelgratin und Gemüse nahmen wir im Hotel ein, das Essen war lecker aber die Portion recht klein. Das Bier im Hotel war nicht so gut, der Whisky Balblair 18 aber hervorragend. Da es im Ort keinen weiteren Pub gab, der uns zusagte, haben wir Flaschenbier und Chips auf unserem Zimmer genossen.

Wetter: Bewölkt, trocken, 12 °C.

08.05.2026

Nach dem Frühstück (wie so oft Full Scottish, also mit Haggis, Black Pudding, Würstchen, Speck, Spiegelei, gegrillter Tomate, Baked Beans, dazu Toast) fahren wir zum Huntly Castle mit Besichtigung. Wir setzte unser Fahrt zum Rhynie Friedhof mit den Piktensteinen fort, bevor wir nach einem Besuch der Ruine der North Parish Church zum Balmoral Castle fahren, dem Sommersitz der englischen Königsfamilie. Wir besichtigen die Außenanlagen und den Ballsaal und wandern zum Prince Albert’s Cairn, einer Steinpyramide hoch auf einer Anhöhe. Auf dem Rückweg zum Parkplatz statten wir der Ruine der St Manir’s Church einen Besuch ab und setzten unsere Fahrt zu unserer Unterkunft Celicall Guesthouse in Ballater fort. Nach dem Check-In gehen wir zum Abendessen (Steak and Ale Pie mit Fritten und Gemüse) in den Pub „The Barrel“, wo wir den Tag mit Bier und Whisky ausklingen lassen.

Wetter: bedeckt, trocken, 10 °C.

09.05.2026

Im Anschluss an das schottische Frühstück fahren wir mit einem kurzen Fotostopp am Braemar Castle nach Stirling, wo wir die Autos am Hotel parken und zur Fuß zum Stirlig Castle gehen. Hier besichtigen wir die Anlage und Ausstellungen, leider fängt es nun an zu regnen. Wir gehen also in einen Pub zum Mittagessen (Haggis, Möhrenstampf und Kartoffelbrei) bis sich der Schauer verzogen hat und wir zur Old Bridge und zum Beheading Stone gehen. Danach gehen wir zum Check-In zurück zum Hotel, bevor wir uns erneut in die Stadt begeben. Hier treffen wir in der Port Customs Bar ausschließlich auf ausgesprochen nette Einheimische, mit denen wir bei Bier und Whisky den Tag beenden.

Wetter: bewölkt, Mittags Regenschauer, sonst trocken, 12 °C.

10.05.2026

Nun ist unser letzter Urlaubstag angebrochen. Im Hotel gibt es gratis Croissants und Kaffee (als Entschädigung für die Bauarbeiten), anschließend fahren wir zum William Wallace Denkmal und steigen auf die Anhöhe. Das Denkmal selber besteigen wir nicht, der Eintritt von 12,50 GBP erscheint uns zu hoch. Wir unternehmen eine kurze Wanderung auf dem Plateau mit schöner Aussicht, bevor wir mit dem Auto nach Falkirk fahren. Dort wollten wir uns eigentlich das Schiffshebewerk anschauen, die Parkgebühr erschien uns aber nicht angemessen, so dass wir stattdessen zu den Kelpies fahren, zwei riesige Pferdeköpfe aus Metall. Hier kann man kostenlos parken und Eintritt kostet es auch nicht. Nach einem Rundgang und einer Portion Fritten fahren wir zum Flughafen Edinburgh und geben die Leihwagen zurück. An Dieters Leihwagen wird ein Steinschlag in der Scheibe festgestellt, der ist aber durch die Versicherung abgedeckt. Am Flughafen trinken wir noch ein letztes Bier, bevor es zum Check-In und dem Rückflug geht. Wir landen pünktlich in Köln, obwohl der Abflug verspätet war, Anna und Fabian holen uns vom Flughafen ab und wir sind um 20:30 zuhause.

Wetter: Sonnig, trocken, 12 °C.

Wetter

Das Wetter zeigte sich viel besser als erwartet, es war zwar mit 12 °C tagsüber recht kühl und morgens bei teilweise 4 °C regelrecht kalt, dafür hatten wir nur an wenigen Tagen Regenschauer und sonst neben Wolken auch reichlich Sonnenschein. Auch von den berüchtigten Midgets, kleinen blutsaugenden Fliegen und Mosquitos wurden wir zum Glück verschont.

Verkehr

Es hat sich bewährt, die Automatik-Varianten der Leihwagen zu wählen, so musste man sich bei der Schaltung nicht noch zusätzlich umgewöhnen. Der Linksverkehr stellte nach etwas Eingewöhnung kein Problem dar, anfangs bin ich aber beim Abbiegen zu weit in die Kreuzung eingefahren (der Querverkehr kommt zuerst von rechts!) und auch den Bordstein habe ich schon mal touchiert. Die Straßen sind oft in einem schlechten Zustand mit zahlreichen Schlaglöchern und ausgewaschenen, tiefen Rändern und oft eng, teilweise einspurig mit Ausweichstellen. Die Fahrer sind aber alle sehr zuvorkommend und freundlich. Im Gegensatz zu Südengland mit zahlreichen Hecken entlang der (ebenfalls engen) Straßen hat man in Schottland viel mehr „Weitblick“, was das Fahren deutlich entspannter machte.

Kosten

Der Urlaub in Schottland war kein billiges Vergnügen, auf Carola und mich gerechnet summierten sich die Ausgaben wie folgt (Alle Angaben in EUR):

Flüge 631,22
Leihwagen 570,18
Tanken 149,15
Unterkünfte 1.768,74
Essen und Trinken 1.235,61
Besichtigungen und parken 430,77
Supermarkt Lebensmittel 89,96
Summe 4.875,63

Bargeld

Wir haben zwar an einem Geldautomaten 100 GBP Bargeld abgehoben, wären aber komplett ohne Bargeld ausgekommen. Ein GBP entsprach 1,15 Euro.


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